VASARELY & ADRIAN
Dynamische Raster
Ab 26. Juni 2026

ALBERTINA MODERN, WIEN
Die Werke der Op-Art sollen die Augen der Betrachter:innen in Bewegung bringen – es ist eine Kunstgattung, die den Sehsinn auf ganz besondere Weise zu fordern versucht, die keine Vorkenntnisse verlangt und spontan erlebbar ist. Mitte der 1960er-Jahre etabliert sie sich in den USA und Europa. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen von Licht und Optik verschreibt eine ganze Künstler:innengeneration sich der Untersuchung optischer Phänomene und der Grundlagen der Wahrnehmung. Zwar gerät die Op-Art über die Jahrzehnte etwas in Vergessenheit, dennoch bleibt sie eine revolutionäre Kunstform, hervorgegangen aus einer revolutionären Zeit.
Victor Vasarely und Marc Adrian stellen ab den 1950er-Jahren mit optischen Effekten unser Sehen auf die Probe. Die kräftigen Farben von Vasarelys streng geometrischen Mustern, aber auch die starken Kontraste seiner Schwarz-Weiß-Malerei prägen noch heute die Ästhetik von Malerei und Design. Die Darstellung von Bewegung in der Kunst ist auch das zentrale Thema von Marc Adrian, der fast ein Vierteljahrhundert jünger als Vasarely ist. Zeitlebens lotet er die Grenzbereiche des Darstellbaren aus, inhaltlich genauso wie im Hinblick auf die Materialität seiner Werke. Auch leistet er wichtige Beiträge zu internationalen avantgardistischen Künstlerbewegungen wie der Düsseldorfer Gruppe ZERO, den europäisch-südamerikanischen Neuen Tendenzen und der frühen italienischen Computerkunstrichtung Arte programmata.
Adrians vielgestaltiges Schaffen, das bis heute nicht in vollem Umfang gewürdigt wurde und an dem es noch einiges zu entdecken gibt, ist nicht weniger als Ausdruck einer neuen Visualität. Als einziger Österreicher nimmt er 1965 neben Vasarely und zahlreichen anderen Künstler:innen an der bahnbrechenden Op-Art-Ausstellung The Responsive Eye im Museum of Modern Art in New York teil und erlangt internationale Aufmerksamkeit. Mehr als 60 Jahre später widmet die ALBERTINA diesen
beiden Großmeistern der Op-Art eine Schau, die ihre Werke Seite an Seite präsentiert und in direkten Dialog treten lässt. Es zeigt sich: Ihre vielschichtigen Œuvres sind heute aktuell und eindrücklich wie eh und je.
Die Ausstellung ist von 26. Juni bis 8. November in der ALBERTINA MODERN zu sehen.














